Apasmara Unterstadt

Almessa steht nur den Almessiten offen. Einzige Ausnahme: Apasmara Unterstadt.

Apasmara ist der Handelshafen Almessas und eine einmalige Sehenswürdigkeit in Almessa, ja wahrscheinlich einmalig in den Mittellanden, wenn nicht der Welt!

Die Stadt trohnt einige hundert Meter über dem Meer! Am Zenit der Steilküste, welche die Küstenlinie ganz Almessas bildet. Nirgendwo lässt sie sich erklettern, nirgends gib es den von anderen Länder bekannten Strand. Nur steile Klippen, über und unter Wasser.
Das Hafenbecken bildet ein gewaltiger See, in welchen der Hauptstrom Almessas, so wie einiger kleinere Flüsse und Bäche, mündet. Am seeseitigen Ende dieser Wasserfläche ergießt sich, durch einen gewaltigen Strudel, ein Wasserfallt ins Meer.

Doch wie, so wird man sich fragen, kommen die Schiffe vom Meer in das Hafenbecken? Auswertige Schiffe gar nicht! Diese löschen Ihre Ladung in der Unterstadt, doch zu dieser später mehr.
Einheimische Schiffe "fliegen" durch ein weiteres Wunder in die Höhe: Der Aufzug von Apasmara, betrieben durch zahllose Untote, hebt die Schiffe nach oben und lässt sie auch wieder herunter.

Herunter zur schwimmenden Stadt. Um sich den Mittellanden zu öffnen und mit diesen Handel zu treiben, wurde am Fuß der Klippe ein schwimmender Stadtteil, die Unterstadt, vertäut. Hier gibt es nichts, was man nicht kaufen kann! Die einen sagen, wenn man es hier zu bunt treibt, werden die Leinen und Ankertaue gekappt und die Unterstadt aufs offene Meer gestoßen. Die anderen sagen, das ist schon mal passiert...

Kehrt man in eine der berüchtigten Hafentavernen ein, dann kann man auch die ein oder andere interessante Geschichte aufschnappen... 

Die Ebene der Ewigkeit
Einführende Betrachtungen zur postkataklysmischen Antimagiezone

Eine Vorlesung am Lehrstuhl für Technomantie

Meine geschätzten Adepten,

die Ebene der Ewigkeit – bisweilen auch als Ebene der Stille oder in weniger differenzierten Kreisen als Schwarze Stille bezeichnet – ist eines der bedeutendsten Resultate moderner arkaner Kriegskunst. Sie entstand in den letzten, entscheidenden Tagen des Bürgerkrieges und markiert bis heute einen Wendepunkt in der Geschichte unseres Landes.

Sie befindet sich im Norden, an jener Stelle, an der einst die abgeschieden gelegene Hauptstelle der Ars Sica, die Festung der Trauer, stand. Was Sie dort vorfinden, ist kein Unfall, kein Ausrutscher überforderter Magister – sondern das Resultat einer notwendigen Entscheidung.

Die Detonation des Abadongeräts, konkret einer Möbiusbombe, beendete einen Konflikt, der andernfalls in Dunkelheit, Knechtschaft und dem vollständigen Verlust unser aller Freiheit gemündet wäre.

Über die exakten Funktionsprinzipien des Geräts werden wir zu gegebener Zeit im Detail sprechen. Für den Moment genügt die Feststellung: Die Wechselwirkung zwischen thermischer Entladung und arkanem Feldkollaps wurde nicht nur berechnet – sie wurde bewusst in Kauf genommen.

Das Möbiusgerät wurde mittels eines Portals über der Festung der Trauer positioniert. Zwei Sekunden nach Materialisierung initiierte der magisch-mechanische Zündmechanismus die Reaktion.

Der entstehende Feuerball führte im Zentrum zur vollständigen Dissoziation jeglicher Materie. Innerhalb eines Radius von fünfundsiebzig Kilometern verbrannte alles Brennbare; der verbleibende Rest wurde zu einer homogenen, obsidianartigen Glasmasse verschmolzen. Drei Wochen lang verharrte diese Masse in einem hochenergetischen Zustand, bevor sie sich schließlich stabilisierte.

Einige der damaligen Beobachter äußerten Zweifel. Sie fürchteten Kontrollverlust, permanente Instabilität – oder Schlimmeres!

Nach etwa einem Monat hatte sich die Struktur zu jener glatten, nahezu perfekt planaren Oberfläche verfestigt, die wir heute als Ebene der Ewigkeit kennen.

Die erste Expedition in das Zentrum offenbarte eine Eigenschaft, die seither Gegenstand intensiver Forschung ist: Die vollständige Abwesenheit arkaner Energie. Das Möbiusgerät hat der Region ihre Magie entzogen – und nach allen derzeit belastbaren Modellen wird dieser Zustand für Jahrtausende bestehen bleiben.

Ein Preis, wie manche sagen.

Ich bevorzuge den Begriff der Konsequenz.

Die Ebene verhält sich dabei nicht passiv. Sie wirkt als aktives Senkenfeld, das Magie aus seiner Umgebung extrahiert. Die Grenzlinie dieses Effekts ist von bemerkenswerter Präzision: Ein Schritt genügt, um den Entzug zu initiieren; ein Schritt zurück beendet ihn unmittelbar.

Wirkbegabte Individuen erfahren innerhalb kürzester Zeit körperliche und geistige Symptome – Kopfschmerzen, Übelkeit, Desorientierung –, gefolgt von Bewusstlosigkeit. Nach dem Erwachen bleibt ein Zustand arkaner Leere zurück, der Tage oder Wochen anhalten kann.

Ich rate Ihnen nicht, dies leichtfertig zu erproben.

Nicht, weil es falsch wäre, sondern weil es unnötig ist.

Es überrascht kaum, dass diese Eigenschaft zur Errichtung des Magiergefängnisses Schwarzspiegel im Zentrum der Ebene führte. Eine Umgebung, in der Magie nicht nur eingeschränkt, sondern vollständig neutralisiert wird, ist – wie Sie erkennen werden – von unschätzbarem strategischem Wert.

Während der Erschließung des Materials wurde eine weitere Entdeckung gemacht, die insbesondere für uns Technomanten von Bedeutung ist: Die Substanz, inzwischen als Antithaumit klassifiziert, behält ihre antimagischen Eigenschaften unabhängig von ihrem Ursprungsort.

In pulverisierter Form wirkt sie als hochwirksamer Inhibitor arkaner Prozesse. In Plattenform bietet sie Schutz vor Zaubern, wenn auch auf Kosten struktureller Stabilität. In konzentrierter Anwendung – etwa als Maske – unterbindet sie jegliche Fähigkeit zur Magiewirkung vollständig.

Ein Material, das – richtig eingesetzt – nicht nur verteidigt, sondern den entscheidenden Vorteil in Konflikten bringt.

Am südlichen Rand der Ebene wurde daher ein kontrollierter Tagebau eingerichtet, der die Gewinnung dieses Rohstoffs ermöglicht. Die Förderung unterliegt strenger Aufsicht, wie es bei jeder strategischen Ressource der Fall sein sollte.

Gelegentlich werden in den tieferen Schichten sogenannte Obsidianmumien entdeckt – Überreste von Lebewesen, die während der initialen Phase in die noch flüssige Glasmasse geraten sind. Die Fundlage humanoider Exemplare legt nahe, dass sie sich zum Zeitpunkt der Detonation unterhalb der Erdoberfläche befanden.

Auch dies ist Teil der Realität, die mit solchen Entscheidungen einhergeht.

Sie werden feststellen, werte Adepten, dass Fortschritt selten ohne Kosten entsteht.

Die Frage ist nicht, ob ein Preis gezahlt wird, sondern ob man bereit ist, ihn zu tragen und ob das Ergebnis ihn rechtfertigt.

Wir werden uns in den folgenden Vorlesungen mit genau dieser Frage beschäftigen.

Die Kobaltwüste
Ein wagemutiger Reiseführer durch die saphirne Einöde

Es gibt Orte, die man bereist. Und es gibt Orte, die kaum jemand auch nur zu betreten wagt.

Die Kobaltwüste gehört zur zweiten Kategorie.

Schon aus der Ferne wirkt sie unwirklich: Ein Schimmer am Horizont, als hätte jemand ein Stück Himmel auf die Erde gegossen. Wo andere Wüsten in Ocker, Gold und Staubfarben leuchten, beginnt hier ein Spektrum aus Blau: erst blass und fast freundlich, dann tiefer, dichter, bis es im Herzen der Öde zu einem dunklen, beinahe schwarzen Ton wird. Wie ein Blick in die Tiefsee.

Doch wer glaubt, es handle sich um eine bloße optische Täuschung, irrt.

Der Boden der saphirfarbenen Einöde besteht nicht aus gewöhnlichem Sand. Jeder Schritt sinkt in feinkörniges, tödliches Kobaltoxid. In den äußeren Zonen, den sogenannten Bleichen Säumen, mischt sich das Blau noch mit gewöhnlichem Sand. Hier kann ein erfahrener Reisender für kurze Zeit ohne Schutz verweilen – doch selbst hier liegt ein metallischer Geschmack in der Luft, und jeder Atemzug erinnert daran, dass man ein tödliches Reich betreten hat.

Je weiter man vordringt, desto deutlicher verändert sich die Welt.

Im Azur-Meer werden die Dünen selbst zu einem trägen Ozean aus schwerem, fließendem Staub. Der Wind trägt die Körner nicht einfach fort, er schiebt sie, lässt sie gleiten, als hätte der Sand ein eigenes Gewicht, einen eigenen Willen. Schritte werden langsamer, Bewegungen bedächtiger. Wer hier hastet, zahlt einen Preis.

Und irgendwo, jenseits dieser endlosen Wellen aus Blau, liegt das Herz der Öde.

Der Ewige Sturm

Im Zentrum erhebt sich ein zerklüftetes Gebirge aus schwarzem Gestein, Obsidian und Basalt, scharfkantig wie gebrochene Klingen. Dort tobt der Ewige Sturm.

Er ist kein gewöhnlicher Sandsturm. Er ist eine Wand aus rotierendem Staub, dicht genug, um Licht zu verschlucken, stark genug, um Stein zu schleifen. Das Kobaltoxid wird darin zu einem rasenden Mahlwerk, das alles zermalmt, was ihm zu nahe kommt.

Man hört ihn lange, bevor man ihn sieht – ein tiefes, gleichmäßiges Grollen, das durch den Boden wandert. Für viele ist dieses Geräusch das Signal zur Umkehr. Für andere ist es ein Ruf.

Trotz aller Widrigkeiten ist die Kobaltwüste nicht leer.

In kleinen Karawanen ziehen die Kel'Tarajin ihre Bahnen: Nomaden, Händler und Vermittler zwischen der Außenwelt und dem blauen Reich. Ihre Gewänder schimmern in Indigo und Azur, ihre Gesichter sind vor dem Staub geschützt, ihre Augen wachsam. Wer die Öde betreten will, tut gut daran, ihre Ratschläge ernst zu nehmen – und ihre Preise zu zahlen.

Tiefer im Inneren des tödlichen Blau leben jedoch jene, die die Wüste nicht nur betreten, sondern sich ihr angepasst haben: die Ro’Shevar.

Ihre Städte – die sogenannten Shevar – sind nicht gebaut, sondern gewachsen. In 

den Fels gehauen, verborgen vor dem Sturm, folgen sie einer Ordnung, die zugleich streng und organisch wirkt. Wer einen dieser Orte betritt, durchquert Schichten von Filtern, Vorhängen und stillen Übergängen, bis schließlich ein Raum erreicht ist, in dem die Luft rein ist – und das Leben möglich.

Für die Ro’Shevar ist dies nicht nur Schutz. Es ist Existenz selbst.

Nur wenige unter ihnen können sich regelmäßig hinaus in die offene Öde wagen. Diese wenigen sind die Khel’Ro, die Sandtaucher der Ro’Shevar, jene, die zwischen Leben und Tod wandeln.

In ihren mit Glyphen durchwirkten Gewändern bewegen sie sich durch den schweren Sand, als wäre er Wasser. Sie lesen die Strömungen der Dünen, spüren Veränderungen lange bevor sie sichtbar werden, und kehren mit Wissen, Waren oder Warnungen zurück.

Auch die Fauna der Kobaltwüste folgt eigenen Regeln.

Am bekanntesten und gefürchtetsten ist der Klingenläufer, ein großer, flugunfähiger Raubvogel, dessen Gefieder im Blau der Dünen verschwindet. Er jagt nicht mit Geschwindigkeit, sondern mit Geduld, treibt seine Beute an ihre Grenzen, bis Atem und Körper versagen.

Weniger bedrohlich, aber nicht minder faszinierend sind die sogenannten Wüstenrochen: flache Kreaturen, die auf zahllosen kleinen Beinen über den Sand gleiten. Einige begleiten Reisende wie lautlose Schatten, andere tragen Lasten durch Gebiete, in denen kein Rad je greifen würde.

 

Die saphirne Einöde ist kein Ziel für gewöhnliche Reisende. Sie verlangt Vorbereitung, Respekt und die Bereitschaft, vertraute Vorstellungen von Leben und Tod hinter sich zu lassen. Doch für jene, die sich darauf einlassen, bietet sie etwas Seltenes:

Eine Welt, in der jede Handlung Bedeutung hat und in der jeder Atemzug bewusst geschieht. In der die Grenze zwischen Schutz und Vernichtung nicht unsichtbar ist, sondern spürbar und mit jedem Schritt mahnend mitschwingt.

Wer es wagt, die Kobaltwüste zu betreten, wird dem Tod näher sein, als dem Leben, aber er wird auch Erfahrungen machen, die sich in keiner anderen Region Almessas finden lassen.

Ob das eine Reise wert ist, muss jeder Abenteurer für sich entscheiden.

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